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Berufsbekleidung im Handwerk - wer trägt was?

Zivilisatorisch wie kulturell stellt die Spezialisierung in der Entwicklung des Menschen einen der wichtigsten Meilensteine dar. Es ist nach der Sesshaftigkeit und der Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte der nächste Schritt hin zu funktionierenden Gemeinschaften. Über Jahrtausende hinweg stellten die Spezialisten des Handwerks, dass technische Rückgrad jeder Gesellschaft dar und sie wuchsen mit ihren Aufgaben. Gleichzeitig bildete sich ein Selbstverständnis heraus, dass darauf beruhte, das Handwerker unbedingt benötigt wurden, je komplexer die Gemeinschaft, desto mehr. In Deutschland entstanden aus diesem Selbstverständnis im Mittelalter verschiedene Handwerkszünfte, die Regeln und Gebote aufstellten, an die sich ihre Mitglieder zu halten hatten. Dazu gehörte auch, die richtige Berufsbekleidung zu tragen, die nicht nur praktisch sein sollte, sondern auch den Stand des Handwerkers erkennen ließ. Daraus hat sich eine Tradition entwickelt, die bis heute, bis in das 21. Jahrhundert, erhalten ist.

Berufsbekleidung Handwerk, an den Farben sollt ihr sie erkennen

Früher war es die Zunftkleidung, die den Mitmenschen den Beruf eines Handwerkers verrieten. Heute wird traditionelle Zunftkleidung nur noch in sehr wenigen Handwerksberufen getragen, so etwa bei den Steinmetzen, den Schornsteinfegern und den Zimmermännern. Letztere bilden auch die größte Gruppe aus, in der noch heute sogenannte Wandergesellen zu finden sind, junge Männer und inzwischen auch Frauen, die nach der Ausbildung auf Wanderschaft gehen, um in verschiedenen Betrieben Erfahrungen zu sammeln. Letztlich bleibt aber von der Zunftkleidung nur noch die Farbgebung als Kennzeichnung im Bereich Berufskleidung Handwerk. So können folgende Farben der Arbeitskleidung eines Handwerkers zugeordnet werden:

  • Schwarz: Holz bearbeitende Berufe wie Tischler, Zimmermänner und Dachdecker
  • Ocker oder Braun: Steinmetze und Maurer
  • Blau: Metallberufe wie Schmied und Schlosser, aber auch Installateure und Mechatroniker
  • Grau: Elektriker
  • Weiß: Metzger
  • Blau-Weiß: Bäcker

Die Farbpalette der Berufsbekleidung im Handwerk war früher noch wesentlich größer. Spezielle Zunftkleidung wurde auch von Schneidern, Buchbindern, Töpfern, Goldschmieden oder Instrumentenbauern getragen. Zusätzlich hatten verschiedene Gesellenvereinigungen, die sich innerhalb der Zünfte bildeten, eigene Farben.

Berufsbekleidung Handwerk, früher und heute eher bedarfsorientiert

Die Arbeitskleidung eines Handwerkers muss natürlich robust und pflegeleicht sein, einen hohen Tragekomfort besitzen sowie den Anforderungen des jeweiligen Berufs entsprechen. Wer täglich 8 bis 10 Stunden in der Werkstatt oder auf der Baustelle unterwegs ist, sollte sich in seiner Montur wohlfühlen.

Während die Tradition bezüglich der Farben bis heute gewahrt wurde, hat sich die Arbeitskleidung selbst stark verändert. Dabei können zwei Formen der Arbeitskleidung für Handwerker genannt werden, die berufsübergreifend heute praktisch überall zu finden sind, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit.

Die Arbeitskleidung für Handwerker: Overall und Latzhose

Es lässt sich nicht genau bestimmen, wann Overall und Latzhose als Bekleidung erfunden wurden. Es ist anzunehmen, dass sie eine Weiterentwicklung der Hosenträger darstellen, die im 18. Jahrhundert auftauchten. Die ersten Latzhosen und auch Overalls als Arbeitskleidung für Handwerker erblickten zu Anfang des 19. Jahrhunderts in den USA das Licht der Welt.

Heute sind weder der Overall noch die Latzhose aus dem handwerklichen Berufsleben mehr wegzudenken. Bequem zu tragen, ausgestattet mit zahlreichen Taschen und aus robusten, kochfesten Stoffen gefertigt, sind sie in der Schreinerwerkstatt genauso beliebt wie bei den Gas-Wasser-Installateuren auf der Großbaustelle. Zugleich dienen sie Heimwerker/innen und Hobbyhandwerker/innen in der Freizeit als Bekleidung, etwa wenn es ums Renovieren oder um Gartenarbeiten geht. Sogar im Kino und in der Literatur des Sciences-Fiction-Genres erscheint der Overall als beliebtes Kleidungsstück für Raumfahrer und Eroberer fremder Welten.

Berufsbekleidung Handwerk: Hose und Jacke bleiben Evergreens

Die Arbeitskleidung der mittelalterlichen Zünfte war in der Regel dreiteilig, Hose, Weste und Jacke.  Während die Weste bei Tischlern und Zimmermännern noch heute oft zur Berufsbekleidung gehört, sind es sonst nur noch Hose und Jacke, die in Kombination als Arbeitskleidung getragen werden. Der Vorteil hierbei besteht darin, dass die Jacke je nach Temperatur an- oder abgelegt werden kann. Gerade im Handwerk ein wichtiger Aspekt, da oft sowohl innen als auch außen gearbeitet wird. Nicht selten sind die Beinkleider dabei als Cargo-Hosen ausgeführt, die mit großen seitlichen Taschen den Materialtransport erleichtern. Die Cargo-Hose wurde übrigens während des Zweiten Weltkriegs für die Truppen entwickelt. Welches militärisches Lager zuerst auf die Idee kam, bleibt jedoch im Dunkel der Geschichte. Praktisch ist die Cargo-Hose allemal und hin und wieder schafft sie es auch auf die Catwalks der Modewelt.

Die Arbeitskleidung im Handwerk ist oft Teil der PSA

Sicherheit wird heute mehr denn je großgeschrieben und das mit recht. Die persönliche Schutzausrüstung (PSA) wird in jeder Berufsgruppe durch die jeweilige Berufsgenossenschaft vorgeschrieben. In Bezug auf die Arbeitskleidung im Handwerk können dies zum Beispiel Arbeitsjacken mit eng anliegenden Ärmel-Manschetten sein, aber auch spezielle Jacken und Hosen für Forstarbeiten und natürlich gehören auch entsprechende Arbeitshandschuhe, Arbeitsschuhe, Gehörschutz, Schutzbrillen und Kopfbedeckungen wie der Schutzhelm dazu.

Der Stoff aus dem Berufsbekleidung für Handwerker gemacht wird

Natürlich gibt es zahlreiche verschiedene Gewebe für spezielle Aufgaben der Arbeitskleidung im Handwerk. Heute muss Berufsbekleidung nicht mehr einfach nur robust sein. Mitunter wird Säurefestigkeit verlangt, schwer entflammbar ist sowieso eine Grundvoraussetzung und manchmal muss die Arbeitskleidung sogar Schnitte von Motorsägen aufhalten können, wie die bereits erwähnte Schutzkleidung für Forstarbeiter. Es gibt jedoch einen sehr häufig verwendeten Stoff für Berufskleidung im Handwerk, der sich entweder in Kombination oder allein bei Hosen, Jacken, Hemden, Overalls und Latzhosen findet, der Baumwoll-Köper. Der berühmteste Vertreter des Köpers ist der in Frankreich erfundene Denim-Stoff, Ausgangsmaterial für „das“ Bekleidungsstück dieser Welt, den Jeans. Diese waren ursprünglich auch Arbeitskleidung, hauptsächlich für Goldsucher, die diese von Levi Strauss und Jacob Davis in San Francisco kauften und damit nach Alaska aufbrachen. Der Rest ist Geschichte.

Wir von Fradashop wünschen viel Spaß